
Herregud, was geht es mir gut! Heute war ein wahnsinnig sonniger Tag und ich habe eine Mega-Radtour durch die Stadt gemacht. Es war warm, der Frühling ist nun eindeutig nicht mehr aufzuhalten, obwohl wir vor 5 Tagen morgens noch 2 cm Neuschnee hatten, die allerdings bis mittags schon wieder weg waren. Aber jetzt sind Krokusse zu sehen, die Bäume fangen an zu knospen, die Vögel singen fröhliche Lieder - und die Stockholmer machen Massenwanderungen über sämtliche Spazierwege am Wasser lang. Ein paar Sonnenstrahlen und der Schwede dreht durch, läuft in Shorts und Spaghettiträger-Tops rum, und versucht, nicht zu frieren. Naja, vielleicht muss man das nach monatelangem Winter versuchen zu verstehen. Egal, es war wirklich ein traumhafter Tag. Ich bin also durch die Gegend gecykelt, immer am Wasser lang. Das ist teilweise noch ganz schön zugefroren. Bei der Arbeit treiben auch jeden Tag noch die Eisschollen am Bürofenster vorbei. Der Winter ist hier hartnäckig.
Gelandet bin ich in einem grünen Vorort, und zwar in der alten Dynamit-Fabrik von Alfred Nobel. Nachdem sein Labor 1864 in der Innenstadt in die Luft geflogen ist, und dabei unter anderem sein jüngster Bruder ums Leben kam, musste Nobel aus Sicherheitsgründen die Stadt verlassen und hat die Fabrik in einem kleinen Tal aufgebaut, weit und breit keine anderen Häuser in der Nähe. Auch da

gab es aber noch mehrere Unglücke. Kein Wunder übrigens, dass ein Schwede das Dynamit erfunden hat. Die ganze Stadt ist in Granit gesprengt. Lustigerweise sieht man, wenn man an einer Granitwand vorbeikommt, oft auch noch die Löcher, in denen die Dynamitstangen mal gesteckt haben. Jedenfalls war Nobel ein reicher Mann und hat ja, da er kinderlos war, mit seinem Vermögen die bekannte Stiftung gegründet (so, ich musste jetzt hier einfach mal mit meinem Wissen prahlen. Ihr sollt ja auch was lernen). Heute ist seine Fabrik nun jedenfalls ein "Skulpturenhaus" und ein Café. Da bin ich natürlich rein und habe mir einen Kaffee und Backwerk geholt. Ja, das ist ja etwas, was mir hier nicht so gefällt - fast überall ist Selbstbedienung. Das ist nervig, aber dafür muss man ja auch nie Trinkgeld geben. Tue ich jedenfalls nicht.
Dann sass ich mit meinem Latte, wie man hier so schön sagt, und den Leckereien draussen und habe mein Gesicht in die Sonne gehalten, den Vögeln und Möwen gelauscht - und was soll ich sagen - ich bin einfach so glücklich, hier zu sein! Was gibt es traumhafteres, als an einem schönen Fleckchen Erde mit einem Kaffee in der Hand dazusitzen und von der Sonne gewärmt zu werden??? Ich kann noch gar nicht glauben, dass ich hier jetzt LEBE. Es gibt so traumhafte Ecken, wunderschöne Cafés. Die Natur ist auch in dieser Grossstadt so allgegenwärtig, dass es mich vor Begeisterung immer wieder umhaut.
Am späten Nachmittag bin ich noch

auf Södermalm gewesen, und habe in einem kleinen Garten gesessen. Den habe ich damals während meines Praktikums entdeckt, und dieser Platz ist so wunderbar, dass man heulen möchte, wenn man dort ist (ich bin also wirklich so glücklich, wie ich auf dem Foto aussehe). Er ist ein bisschen versteckt und man hat einen tollen Blick über Dächer aufs Wasser. Es ist wie eine kleine Oase. Eigentlich mit

ten in der Stadt, aber ganz ruhig. Ich habe das Gefühl, ich bin der einzige Mensch, der diesen Platz kennt (was nicht so ist, denn es gibt eine Erklärungstafel am Eingang des Gartens, Bänke und Graffitis...). Ich freue mich schon, dorthin zurückzukehren, wenn die Bäume blühen. Oder im Sommer mit einem schönen Buch...
Hach, ich könnte platzen vor Freude. Kennt ihr das? Ich bin heute übergesprudelt. Sonne, Wasser, Möwen, Vögel, Kaffee, Kuchen, mp3-Player mit Coldplay... Es ist ein Traum, dass ich hier sein kann. Aber - könnt ihr nicht auch einfach alle herkommen? Dann wäre es wirklich perfekt...
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