Mal wieder Zeit, was Neues auszuprobieren und seinen Horizont zu erweitern. Dachte ich, als ich vor ein paar Tagen folgendes Plakat sah:

Ein Burlesque-Club am Samstag. Spannend, fand ich und rekrutierte meine Freundin Irene. Am Samstag Nachmittag fing ich an zu überlegen, dass mein normaler Jeans-und-Shirt-Style vielleicht nicht so richtig angebracht ist. In Ermangelung der richtigen Glamour-30er-Jahre-Garderobe und sonstiger Utensilien versuchte ich rauszuholen was ging. Also drehte ich mir die Haare auf Lockenwickler, zog den Eyeliner dicker und länger als sonst, malte den Mund so rot es ging bei meiner Auswahl an Lippenstiften, lackierte mir die Fingernägel rot, zog einen roten Rock und ein schwarzes Neckholder-Top an und machte mich auf den Weg. Die Locken hingen sich fast sofort wieder raus, aber ein paar Wellen blieben übrig. Ich habe mich jedenfalls noch nie vorher so gestylt gefühlt wie an diesem Abend, auch wenn der geplante 30er-Jahre-Look mir nicht wirklich gelang. So sah ich aus:


Die Veranstaltung fand in einem angemieteten Raum in der Nähe von Liljeholmen statt. Irene und ich kamen recht früh, ergatterten Plätze auf einem alten Sofa und konnten schön Leute beobachten. Wir waren sehr angetan von dem Einfallsreichtum und der Kreativität der meisten. Viele Gäste waren mit einem zum Thema passenden Seemanns-Accessoire ausgerüstet - Anker, gestreifte Shirts, Matrosenanzüge und -mützen, Kapitänsuniformen, Schiffe, Piratenoutfits. Alles dabei. Wieder andere waren einfach nur edel in "alten" Outfits gestylt und sahen aus wie direkt aus den 30ern und 40ern angereist. Manche waren extrem sexy, generell gab es viele Korsagen, Strapse und Netzstrümpfe zu sehen - und viel Haut. Und das unabhängig von der Figur. Ich fand's toll, mal was anderes! Und dann gab es natürlich auch einen Show-Teil mit Striptease auf der Bühne. Insgesamt traten 5 Frauen auf, tanzten und sangen; das Ganze wenn man so will auch mehr neckisch-spielerisch als sexuell animierend. Und wie ich gelernt habe bleiben bei Burlesque-Auftritten auch immer die Slips an und die Brustwarzen bedeckt. Und apropos sexuell. Alle Neigungen und Vorlieben waren vertreten; und bei manchen Gästen war auch nicht klar auszumachen, ob es sich um Männlein oder Weiblein handelt - aber auch das ja mal sehr erfrischend als Abwechslung im Stockholmer Nachtleben.


Ansonsten wurde der Abend natürlich geprägt durch die Musik, die gespielt wurde - von Swing über Jazz bis Rock'n'Roll. Eine Weile ganz nett, aber auf Dauer doch ein bisschen anstrengend, so dass Irene und ich dann nach der zweiten Showeinlage auch den Heimweg antraten. Aber mit der übereinstimmenden Meinung: das kann man nochmal machen. Und dann vielleicht mit ein bisschen mehr Planung und ausgereifterem Styling - auf meiner Einkaufsliste stehen nun zumindest knallroter Lippenstift, künstliche Wimpern und lange Seidenhandschuhe, und Second-Hand-Läden werde ich demnächst wohl auch nach anderen Sachen durchsuchen... ;-)
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