Sing und schwing das Bein
Was soll ich sagen, ich mag meinen Geburtstag. Nicht, dass ich jemand bin, der eine große Party haben oder im
Mittelpunkt stehen muss, aber einmal im Jahr finde ich es nett, einen „Ehrentag“ zu haben. Wie schon seit Jahren habe ich mir auch zu meinem 34. Geburtstag einen Tag Urlaub gegönnt. Ich finde es schön, an meinem Geburtstag was Nettes für mich zu machen; er soll nicht im normalen Arbeitsalltag untergehen. Nach dem Aufstehen steckte ich mir eine Kerze in einen Lebkuchen, frühstückte und packte ein paar Geschenke aus Deutschland aus. Dann machte ich mich auf in die Stadt. Ich hatte eine Massage und eine Gesichtsbehandlung gebucht und wurde fast zwei Stunden lang betüddelt. Schön, das :-) Danach zog ich weiter nach Södermalm, um in Second-Hand-Läden nach Klamotten und Accessoires für mein neues Interesse Burlesque zu stöbern. Ich landete unter anderem im Sivletto, einem Laden, der einen in die 50er Jahre zurückversetzt. Ich hätte fast den Eingang nicht gefunden; es ist nur eine unscheinbare Tür; kei
ne Schaufenster drumherum. Nach der Tür kommt direkt eine Wendeltreppe, die nach unten führt. Und da taucht man wirklich ein in eine andere und völlig abgefahrene Welt, unerwartet auf über 300 qm. Rock’n’Roll-Musik läuft, eingerichtet mit 50er-Jahre-Möbeln, man kann neue und gebrauchte Klamotten im entsprechenden Stil kaufen, und sogar ein Friseur ist da unten am Werk. Spezialisiert auf die Frisuren der Zeit natürlich. Und auch alle Angestellten und Kunden waren entsprechend gestylt – ich kam mir in Jeans, Turnschuhen und Shirt aus dem Jahre 2010 vor wie ein bunter Hund… Ein echtes Erlebnis! So brachte ich den Nachmittag rum, fuhr nach Hause, zog mich um und startete abends in die Stadt, wo ich 7 meiner Freunde in einer Karaoke-Bar treffen sollte. Nach einigen Singstar-Abenden im Laufe der letzten Jahre wollte ich schon immer mal Karaoke singen; aber nicht in einem Pub auf der Bühne vor 150 besoffenen Engländern. Und dann erzählte mir mein Kollege John von K Karaoke
am Odenplan. Dort gibt es die japanische Variante von Karaoke – man mietet mit seinen Freunden einen eigenen Raum. Nettes Event für meinen Geburtstag dachte ich. Und hatte damit gerechnet, dass sich die Begeisterung eher in Grenzen halten würde, aber kaum betraten Wiebke, Janis, Thorsten, Dietmar, Simone, Stephie, Anina und ich unseren winzigen Raum, ging ein wildes Liederaussuchen los, und wir waren nicht mehr zu halten. Die nächsten anderthalb Stunden sangen, krächzten, krakeelten, schmetterten und lachten wir, was das Zeug hielt. Solos, Duette, Gruppengegröle – alles dabei, alles fantastisch. Von Metallica und Bryan Adams über Frank Sinatra, Bonnie Tyler und Evanescence bis hin zu Village People und dem schwedischen Allsång-Klassiker "Stockholm i mitt hjärta". Lustig auch, wenn von außen im Vorbeigehen Leute grinsend durch die Glasscheibe der Tür guckten, oder wenn man selber mal durch die Gänge lief.
Überall Räume mit Leuten, die sich in den Armen halten und fröhlich ihre Lieder grölen. Herrlich. Als sich unsere gebuchte Zeit dem Ende näherte wurde auch immer mal wieder ein Schild in den Raum gehalten, auf dem stand "Noch 15 Minuten" oder "Letztes Lied". Da wir aber am liebsten noch weitersingen wollten, versuchte ich zu verlängern. Leider war unser Raum aber nach uns gebucht, und so mussten wir wohl oder übel aufhören. Gefreut habe ich mich übrigens auch sehr über das Geschenk meiner Freunde: ich darf in einem profe
ssionellen Studio ein Lied auf CD aufnehmen. Wenn das nicht mal eine tolle Idee ist! Meine Mutter glaubt bereits, dass ich dabei entdeckt werde. Das möchte ich bezweifeln, aber ein Spaß wird es in jedem Fall. Nach dem Singabend waren wir jedenfalls völlig aufgekratzt und extrem guter Laune und uns einig: wir müssen weiter ins Nachtleben. Nach einigem Hin und Her beschlossen wir, ins Golden Hits zu gehen. Einem berüchtigten Aufreißer-Schuppen mit 3 Tanzflächen und eher älterem Publikum. Wir waren zwar relativ früh dran, mussten aber doch typisch für Stockholm mindestens eine halbe Stunde in der Schlange vorm Eingang stehen. Endlich drinnen gingen wir nach ganz oben, wo 80er-Jahre-Musik gespielt wurde. Ja doch, der Laden wurde seinem Ruf gerecht. Wir guckten und wurden beguckt. Und auch Dietmar wurde nach wenigen Minuten angesprochen - allerdings von einem Typen, der glaubte, dass Dietmar ein Spieler der finnischen Eishockey-Nationalmannschaft sei. Die erste Runde Getränke ging auf mich. Die Barkeeperin war sehr großzügig und ich musste "Stop!" rufen, als sie den Jägermeister in meinen O-Saft schüttete... Na, das war mal eine ordentliche Mischung. Als nächstes gaben Janis und Thorsten je eine Flasche Champagner aus. Nicht ganz mein Geschmack, deswegen drückte Janis mir kurzerhand Maracuja-Saft mit Wodka in die Hand. Da ich es hasse, mit einem Glas in der Hand rumzustehen leere ich meine Drinks innerhalb von viereinhalb Minuten, und da die Barkeeperin hier scheinbar ähnlich großzügig mit dem Sprit war, fing es sich dann doch bald in meinem Kopf an zu drehen. Und wie durch ein Wunder hatte ich
den nächsten Wodka-Drink in der Hand, und als der leer war, bekam ich immer wieder mal einen Schluck aus Janis' Glas... Nun ja, mir war sehr schwindelig, ich wurde recht redselig, und als es darum ging, den Heimweg anzutreten war ich mir nicht ganz sicher, wie ich die 3 Treppen zur Garderobe runterkommen sollte... Klappte aber erstaunlicherweise, und am nächsten Morgen hatte ich nichtmal einen Kater. Es war jedenfalls ein fantastischer Geburtstag, und ich habe ihn in jeder Hinsicht voll genossen. Danke an euch meine Freunde, die diesen Tag zu etwas ganz Besonderem gemacht haben... :-)
Mittelpunkt stehen muss, aber einmal im Jahr finde ich es nett, einen „Ehrentag“ zu haben. Wie schon seit Jahren habe ich mir auch zu meinem 34. Geburtstag einen Tag Urlaub gegönnt. Ich finde es schön, an meinem Geburtstag was Nettes für mich zu machen; er soll nicht im normalen Arbeitsalltag untergehen. Nach dem Aufstehen steckte ich mir eine Kerze in einen Lebkuchen, frühstückte und packte ein paar Geschenke aus Deutschland aus. Dann machte ich mich auf in die Stadt. Ich hatte eine Massage und eine Gesichtsbehandlung gebucht und wurde fast zwei Stunden lang betüddelt. Schön, das :-) Danach zog ich weiter nach Södermalm, um in Second-Hand-Läden nach Klamotten und Accessoires für mein neues Interesse Burlesque zu stöbern. Ich landete unter anderem im Sivletto, einem Laden, der einen in die 50er Jahre zurückversetzt. Ich hätte fast den Eingang nicht gefunden; es ist nur eine unscheinbare Tür; kei
ne Schaufenster drumherum. Nach der Tür kommt direkt eine Wendeltreppe, die nach unten führt. Und da taucht man wirklich ein in eine andere und völlig abgefahrene Welt, unerwartet auf über 300 qm. Rock’n’Roll-Musik läuft, eingerichtet mit 50er-Jahre-Möbeln, man kann neue und gebrauchte Klamotten im entsprechenden Stil kaufen, und sogar ein Friseur ist da unten am Werk. Spezialisiert auf die Frisuren der Zeit natürlich. Und auch alle Angestellten und Kunden waren entsprechend gestylt – ich kam mir in Jeans, Turnschuhen und Shirt aus dem Jahre 2010 vor wie ein bunter Hund… Ein echtes Erlebnis! So brachte ich den Nachmittag rum, fuhr nach Hause, zog mich um und startete abends in die Stadt, wo ich 7 meiner Freunde in einer Karaoke-Bar treffen sollte. Nach einigen Singstar-Abenden im Laufe der letzten Jahre wollte ich schon immer mal Karaoke singen; aber nicht in einem Pub auf der Bühne vor 150 besoffenen Engländern. Und dann erzählte mir mein Kollege John von K Karaoke
am Odenplan. Dort gibt es die japanische Variante von Karaoke – man mietet mit seinen Freunden einen eigenen Raum. Nettes Event für meinen Geburtstag dachte ich. Und hatte damit gerechnet, dass sich die Begeisterung eher in Grenzen halten würde, aber kaum betraten Wiebke, Janis, Thorsten, Dietmar, Simone, Stephie, Anina und ich unseren winzigen Raum, ging ein wildes Liederaussuchen los, und wir waren nicht mehr zu halten. Die nächsten anderthalb Stunden sangen, krächzten, krakeelten, schmetterten und lachten wir, was das Zeug hielt. Solos, Duette, Gruppengegröle – alles dabei, alles fantastisch. Von Metallica und Bryan Adams über Frank Sinatra, Bonnie Tyler und Evanescence bis hin zu Village People und dem schwedischen Allsång-Klassiker "Stockholm i mitt hjärta". Lustig auch, wenn von außen im Vorbeigehen Leute grinsend durch die Glasscheibe der Tür guckten, oder wenn man selber mal durch die Gänge lief.
Überall Räume mit Leuten, die sich in den Armen halten und fröhlich ihre Lieder grölen. Herrlich. Als sich unsere gebuchte Zeit dem Ende näherte wurde auch immer mal wieder ein Schild in den Raum gehalten, auf dem stand "Noch 15 Minuten" oder "Letztes Lied". Da wir aber am liebsten noch weitersingen wollten, versuchte ich zu verlängern. Leider war unser Raum aber nach uns gebucht, und so mussten wir wohl oder übel aufhören. Gefreut habe ich mich übrigens auch sehr über das Geschenk meiner Freunde: ich darf in einem profe
ssionellen Studio ein Lied auf CD aufnehmen. Wenn das nicht mal eine tolle Idee ist! Meine Mutter glaubt bereits, dass ich dabei entdeckt werde. Das möchte ich bezweifeln, aber ein Spaß wird es in jedem Fall. Nach dem Singabend waren wir jedenfalls völlig aufgekratzt und extrem guter Laune und uns einig: wir müssen weiter ins Nachtleben. Nach einigem Hin und Her beschlossen wir, ins Golden Hits zu gehen. Einem berüchtigten Aufreißer-Schuppen mit 3 Tanzflächen und eher älterem Publikum. Wir waren zwar relativ früh dran, mussten aber doch typisch für Stockholm mindestens eine halbe Stunde in der Schlange vorm Eingang stehen. Endlich drinnen gingen wir nach ganz oben, wo 80er-Jahre-Musik gespielt wurde. Ja doch, der Laden wurde seinem Ruf gerecht. Wir guckten und wurden beguckt. Und auch Dietmar wurde nach wenigen Minuten angesprochen - allerdings von einem Typen, der glaubte, dass Dietmar ein Spieler der finnischen Eishockey-Nationalmannschaft sei. Die erste Runde Getränke ging auf mich. Die Barkeeperin war sehr großzügig und ich musste "Stop!" rufen, als sie den Jägermeister in meinen O-Saft schüttete... Na, das war mal eine ordentliche Mischung. Als nächstes gaben Janis und Thorsten je eine Flasche Champagner aus. Nicht ganz mein Geschmack, deswegen drückte Janis mir kurzerhand Maracuja-Saft mit Wodka in die Hand. Da ich es hasse, mit einem Glas in der Hand rumzustehen leere ich meine Drinks innerhalb von viereinhalb Minuten, und da die Barkeeperin hier scheinbar ähnlich großzügig mit dem Sprit war, fing es sich dann doch bald in meinem Kopf an zu drehen. Und wie durch ein Wunder hatte ich
den nächsten Wodka-Drink in der Hand, und als der leer war, bekam ich immer wieder mal einen Schluck aus Janis' Glas... Nun ja, mir war sehr schwindelig, ich wurde recht redselig, und als es darum ging, den Heimweg anzutreten war ich mir nicht ganz sicher, wie ich die 3 Treppen zur Garderobe runterkommen sollte... Klappte aber erstaunlicherweise, und am nächsten Morgen hatte ich nichtmal einen Kater. Es war jedenfalls ein fantastischer Geburtstag, und ich habe ihn in jeder Hinsicht voll genossen. Danke an euch meine Freunde, die diesen Tag zu etwas ganz Besonderem gemacht haben... :-)


1 Comments:
Hej kompis! Jag skäms å det grövsta för min glömska, men grattis i efterskott. Hoppas du hade en härlig födelsedag! Golden Hits minsann... :-)
Kram från barockstaden Leverkusen
Andreas
PS. Jag har ocksa börjat blogga. Vill du bli min första besökare?
www.europarapport.blogspot.com
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