Sonntag, April 30, 2006

"...I'm on the highway to hell..." - Busfahren in Stockholm

In Stockholm mit dem Bus zu fahren ist schon eine ganz besondere Angelgenheit. Man muss in jedem Fall vorne einsteigen und seine Fahrkarte vorzeigen bzw. kaufen, falls man keine hat, und dabei grüsst man den Busfahrer freundlich mit einem schmissigen "Hej!" - und er lächelt und grüsst zurück. Das ist schon manchmal lustig, wenn viele Leute in den Bus einsteigen und nur kurz ihre Fahrkarte zeigen und es dann in einer Tour "hej - hej - hej - hej - hej - hej - hej" geht. Aber das Beste ist, dass die Busfahrer Radio hören oder sogar ihre eigenen CD-Spieler dabei haben. Da kommt es also auf die Vorlieben des Fahrers an, was man so im Bus hört. Das reicht von klassischer Musik über Rock und Pop bis hin zu Schlagern. Mein schönstes Erlebnis war allerdings, als ich im Laufe der Woche morgens um halb 9 in meinen Bus kletterte, und mir eine volle Dröhnung Heavy Metal entgegenkam - schön so laut, dass auch alle Fahrgäste etwas davon haben (besonders die Omis sahen schon etwas zerknittert aus). Zwischendurch war ich echt versucht, aufzuspringen, den rechten Arm mit Teufelszeichen in die Luft zu recken und dazu wild meine Mähne zu schütteln. Zwischendurch dann noch ein bisschen Luftgitarre spielen... Aber ich habe mich zusammengerissen, sonst wären die Omis vielleicht noch ganz durchgedreht. Ausserdem - wie hätte es von aussen ausgesehen? Stellt Euch vor, Ihr steht da an der Strasse, ein Bus fährt vorbei, und Ihr seht, wie ein Fahrgast headbangend und luftgitarrespielend von vorne nach hinten hüpft. Nein, nein, ein bisschen Disziplin muss sein. Und falls Ihr schon immer einmal an einem Formel 1-Rennen teilnehmen wolltet, kann ich sehr empfehlen, am Abend Bus zu fahren. Da geben die Fahrer richtig Gas, peitschen um die Kurven, machen an den Haltestellen eine Vollbremsung, nur um dann wieder in 10 Sekunden von 0 auf 100 zu kommen. Hui, das ist ein Spass.