Auf ins dritte Jahr
Heute bin ich seit genau zwei Jahren in Schweden. Und es waren zwei ereignisreiche, spannende aber auch anstrengende Jahre, die hinter mir liegen. Nicht immer nur schön, muss ich sagen. Abenteuer haben ihren Preis. Aber jetzt, nach zwei Jahren, bin ich schliesslich an einem Punkt angelangt, an dem ich mich zurücklehnen und geniessen kann. Ich habe meinen Platz gefunden. Nach und nach. Erst kamen die Menschen. Fremde, in derselben Situation wie ich. Durch das gemeinsame Schicksal – als Ausländer in Schweden – zueinander gefunden und aneinander hängen geblieben. Und aus diesen schicksalhaften wie zufälligen Begegnungen ist ziemlich schnell Freundschaft gewachsen. Nun sind wir eine feste Clique mit den dazugehörigen Männern (naja, meiner fehlt noch), treffen uns regelmässig und machen unglaublich viel zusammen. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Dinge unternommen wie in den letzten zwei Jahren. Schwedische Feiertage, Strassenumzüge, Parties, Ausflüge, Bowling, Restaurantbesuche, Brunch, Kino, Singstar... Die Liste ist endlos. Das Schöne ist, dass wir alle keine Pläne haben, Stockholm zu verlassen; ich sehe also rosigen, schönen und lustigen Jahren und Jahrzehnten entgegen. Ich bin also sehr glücklich und dankbar, die Mädels und Jungs an meiner Seite zu haben; vor allem hat mich der Gedanke an unseren gemeinsamen Abende und Tage mich am Leben gehalten, als ich drohte, in meinem alten Job unterzugehen. Aber das Problem hat sich zum Glück ja gelöst. Seit ich meinen neuen Job habe fühle ich mich auch ganz anders. Eine Last ist verschwunden, da ich nicht mehr ununterbrochen 24 Stunden an die Arbeit denke und von Panikgefühlen ergriffen werde, weil ich Angst habe, nicht alles zu schaffen. Ich geniesse es vollkommen, wieder nur noch ein normaler Mensch zu sein mit einem normalen Job, und nicht ein Arbeitssklave mit einem Fünkchen Freizeit. Das macht für die ganze Lebensqualität so viel aus, dass ich es fast nicht glauben kann. Ich bin viel entspannter, fitter, fröhlicher, ausgeglichener, und mein Optimismus ist wieder voll da. Ich freue mich auf einen stressfreien Sommer mit hoffentlich viel Sonne, guter Laune und schönen Erlebnissen. Ansonsten fühle ich mich noch wohl in meiner Wohnung, in meiner Wohngegend und im unvergleichlich wunderbaren wunderschönen Stockholm. Ich habe das Richtige getan vor zwei Jahren, auch wenn es wie gesagt keine leichten Jahre waren. Und natürlich fehlen mir meine Freunde in Deutschland. Immer noch und irgendwie auch immer mehr. Es ist ja unmöglich, euch alle regelmässig zu sehen... Aber ich muss auch euch danken, denn auch wenn ich weit weg bin, seid ihr mir in all den zwei Jahren treu geblieben, habt mich unterstützt, mich besucht, mir e-mails geschrieben. Und auch wenn ich mich eine Zeit lang nicht melde: ich denke an euch, vermisse euch und wünsche mir, wir könnten uns öfter sehen. Ich hoffe, ihr wisst das! Tja, so gehe ich also nun in mein drittes Jahr. Inzwischen bin ich dem Schwedisch so mächtig, dass ich mich problemlos (wenn auch nicht perfekt) über alles unterhalten kann. Durch den neuen Job fühle ich mich auch so richtig „dazugehörig“. Für meinen ersten Job habe ich kein Schwedisch gebraucht, aber diesen Job jetzt habe ich nur bekommen, weil mein Schwedisch entsprechend gut ist – das ist schon ein tolles Gefühl! Und langsam ist es auch soweit, dass ich nicht immer sofort auf Grund meines Akzentes als Deutsche entlarvt werde ;-) Um das Ganze weiterhin zu perfektionieren habe ich mich auch folgendermassen an mein Gastland angepasst:
Aber daran erkennt man, dass ich noch nicht vollends eingeschwedischt bin:


1 Comments:
Hmm....wie sagt man? Gratuliere zu deinem zweijährigen Jubiläum. Wenn ich hier in Deutschland nur halb so viel Energie hätte um mich hier einzuleben und Sachen zu unternehmen...
Und ja...dein Schwedisch ist einfach hervorragend! Hab' ich doch immer gesagt! Aber würden Deutsche englische Wörter auf Englisch aussprechen? Ist doch der Scherz des Tages! :-) Wir Schweden können jedenfalls THanks sagen und nicht nur Zsssanks wie ihr. Und ich habe mich letztens im ICE fast tot gelacht. "zzzank joo foor trrrrrrrravelling vitt Deutsche Bahn" und "our snackteam vill be happy to offerrr joo drrrinks and snacks"
Na ja, schön, dass du meine Heimat genießt und ich bin gespannt auf deine weiteren Abenteuer. Vermisse dich total und bin froh, dich in Stockholm kennengelernt zu haben.
Kram
Andreas
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