Sonntag, Februar 24, 2008

Good bye tourism

Nachdem ich seit September krank geschrieben bin und nicht mehr Vollzeit gearbeitet habe, habe ich die Konsequenz gezogen und meinen Job gekündigt. Ich habe das Gefühl, ich habe nichts anderes gemacht als zu arbeiten seit ich in Schweden bin, und ausserdem hat es mich ganz schön erschreckt, dass mein Körper im September so deutlich nein gesagt hat, wobei ich im Nachhinein eigentlich dankbar bin. Es war der Arschtritt, den ich brauchte, um mich aufzuraffen, was an meiner Situation zu ändern. Auch wenn es ein paar Monate gebraucht hat. Aber am Anfang ging es mir ziemlich schlecht, ich war erschöpft und fertig. Ab Mitte November habe ich an einem Stresskurs teilgenommen, dessen Sinn war zu lernen, mit Stress besser umzugehen und auch sich selber und seine Bedürfnisse besser kennen zu lernen. Mir hat der Kurs vor allem dahingehend etwas gebracht, dass ich begriffen habe, dass es mir nicht so schlecht geht wie ich dachte. Denn die anderen fünf Leute hatte es viel schlimmer erwischt. Medikamente, Depressionen, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, soziale Abgrenzung... Und so schlug meine Verzweiflung um in Dankbarkeit, dass es mich so rechtzeitig getroffen hatte, und langsam kamen auch meine Kraft und mein Optimismus zurück. Ich hatte schon die ganze Zeit nach Jobs geguckt, da mir klar war, dass ich nicht mehr in meinen Job zurück kann, aber alle Stellen im Tourismus hatten was mit Verkaufen zu tun, und darauf hatte ich keine Lust mehr. Also dachte ich, dass es vielleicht auch eine Alternative geben muss, eine andere Branche, einen ganz anderen Job. Aber was? Und so kam ich auf Zeitarbeit, stellte meinen Lebenslauf bei Manpower ein, wurde von denen kontaktet - und morgen geht es los beim neuen Job. Manpower war auch nur im Rahmen der Rekrutierung tätig, mein neuer Job hat also nichts mit Zeitarbeit zu tun. Ich verlasse nun aber den Tourismus, was ich etwas komisch finde und noch vor ein paar Monaten nicht gedacht hätte, aber es kommt ja so oft anders als man denkt... Meine neue Firma ist ein kleines und junges Unternehmen und stellt Geräte her, die in metallverarbeitenden Werkstätten die Luft von Ölresten reinigt. Ich soll administrativ arbeiten, und weiss noch gar nicht so genau, was mich erwartet. Mein neuer Chef meinte, dass die Firma wächst und man sich seine Aufgaben noch ein bisschen selber suchen kann, es gibt keine feste Stellenbeschreibung. Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass die Leute sehr nett sind. Mein Chef ist sympathisch, und mein direkter Kollege hat mich überglücklich umarmt, als ich kam um meinen Vertrag zu unterschreiben; er hat anscheinend viel zu tun und freut sich, dass er endlich jemanden bekommt, der ihn unterstützt. Das Beste am Job ist, dass die Firma in Nacka Strand liegt, das heisst, dass ich 2 Minuten zu Fuss zur Arbeit gehe - ein Traum! Also, ich bin gespannt, was mich erwartet, aber ich freue mich. Ich habe zwar noch keine genauen Vorstellungen von meinem Arbeitsalltag, aber vielleicht entdecke ich ja neue Fähigkeiten und Talente... Wir werden sehen! Erstmal ist es auch nur eine 80%-Stelle, was auch gemütlich ist. Ich muss mal gucken, ob ich von der Kohle leben kann, ansonsten such ich mir noch einen Nebenjob. Aber nach ca. 6 Monaten soll die Stelle auch auf 100% erweitert werden.