Jetzt ist schön.
2009 neigt sich dem Ende, und ich blicke zurück auf ein ganz besonderes Jahr. Unglaublich fantastisch, intensiv, anstrengend, spannend und vor allem lustig. Ich finde gar nicht die richtigen Worte um ausdrücken zu können, was mir dieses Jahr bedeutet hat, und wie sehr ich es genossen habe. So sehr, dass mir das Herz diverse Male übergelaufen ist vor Freude, vor Glück, vor Lachen. Dennoch ist die Erkenntnis des Jahres, dass nichts bleibt wie es ist; dass das Leben immer in Bewegung ist, und dass wir längst nicht auf alles Einfluss haben, so sehr wir es uns auch wünschen. Das Leben ist unberechenbar, nichts ist selbstverständlich, alles ist zerbrechlich und vergänglich. Und umso wichtiger ist es, die Momente bewusst und intensiv zu (er)leben und wirklich da zu sein. Ohne der Vergangenheit hinterherzutrauern oder Angst vor der Zukunft zu haben. Jetzt ist schön. So heißt das neue Album von Michy Reincke, einem meiner Lieblingssänger, der mit einfachen Worten Weisheiten formuliert. Jetzt ist schön. Ich habe erst im Laufe der letzten 2 Jahre gelernt, das auch so zu leben, und ich bin immer noch überrascht, weil ich nicht weiß, wie mir das eigentlich gelungen ist. Es war auf einmal da, das Jetzt, und hat mich einfach mitgenommen. Seitdem bin ich glücklich mit dem, was mein Leben ist, auch wenn es da genug Dinge gibt, die nicht so sind wie ich es mir erträume. Aber ich habe gelernt, mich über das zu freuen, was ich habe; statt mich danach zu sehnen, was ich nicht habe. Und eben darum geht es – sich auf die guten und schönen Dinge zu konzentrieren, das Glück im Kleinen zu finden und nicht nur im Großen zu suchen. Für mich sind das die Augenblicke, in denen etwas meine Seele berührt. Die Schönheit dieser Stadt, blauer Himmel, das erste Vogelzwitschern im Frühjahr, Wellen, Wind und Sonne, süßes Nichtstun, mit den Beinen baumeln und immer wieder Musik, die mich zum Tanzen und Lächeln und Schweben bringt. Das Positive sehen eben. Dennoch, viele Dinge, die vor einem Jahr für mich selbstverständlich waren, haben sich verändert – ohne dass ich die Veränderungen immer hätte beeinflussen können. Ein ebenfalls kluger Text von Michy lautet: „Die schönste Zeit im Leben ist, wenn man's nicht weiß. Und dass sie ohne uns anfängt, das ist der Beweis. Und dass es immer viel zu früh vorbei ist, das ist der Preis.“ Ein Grund mehr, alles genau jetzt zu genießen. Aber wo ein Ende ist, ist immer auch ein Anfang. Dass Freundschaften zerbrechen musste ich in diesem Jahr erfahren, aber vor allem durfte ich neue Freundschaften schließen. Ganz plötzlich waren sie da, diese fantastischen Menschen, und haben mein Leben schon jetzt so sehr bereichert, dass ich 2009 als besonderes Jahr in Erinnerung behalten werde. Ich staune noch immer darüber, wie schnell und bedingungslos und intensiv man sich im Ausland zusammenschließt und eine Einheit bildet mit Leuten, die man in Deutschland vielleicht nie beachtet hätte. Und letztendlich ist es das, was das Leben ausmacht. Zeit, Momente, die wir mit Menschen teilen, die unser Herz berühren. Mit neuen Freunden, aber vor allem auch mit alten Freunden, die vertraut und wichtig und unverzichtbar sind. Momente wie zum ersten Mal nach Jahren auf Schlittschuhen; das allererste Mal auf Skiern die Piste runter; das Singen von deutschen Schlagern bis die Nachbarn an die Wand klopfen; mit dem Kajak auf den Wellen des Atlantiks; ein Kaminfeuer in einem englischen Cottage; ein Gespräch mit einem sehr fantastischen Mann auf einer ESC-Party; ein Regentanz; Blumenkränze und sitzen um ein Lagerfeuer in einer Nacht, in der es nicht dunkel wird; eine Paddeltour in den Schären; ein Bootshaus und eine durchtanzte Nacht; ein Sonnenaufgang von einem Bootssteg aus beobachtet; ein sommersüßer Kuss am Strandvägen; ein Sternschnuppenregen; die Nachricht, dass im März ein kleiner Junge geboren wird; ein Spaziergang durch das nächtliche Paris mit zwei grandiosen Männern; eine Geburtstagsparty mit Vampirfotos und Wii-Kämpfen; ein stimmungsvolles Lucia-Konzert mit noch mehr Stimmung beim Essen danach; Scott und Amundsen auf Überlebenskampf im Schneegestöber; ein Abend mit Mozartkugeln, Keksen und völlig schief gesungenen Weihnachtsliedern und schließlich das traditionelle Michy-Reincke-Konzert in Hamburg. Genau jetzt ist schön, hier, und ich bin dankbar für all die Dinge, die passieren; für euch, meine Freunde, und all die Momente, die ihr mit mir teilt.


2 Comments:
"ein Spaziergang durch das nächtliche Paris mit zwei grandiosen Männern, ..." die demoiselle ist auch nicht zu unterschätzen!!! (habe ich mir sagen lassen)
anonuem
))
p.s.:
danke für den denkansporn!!!
Danke, Bert :-) Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Spaziergang durchs nächtliche Paris im Frühling!
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