Dienstag, März 13, 2007

Einmal nochmal wieder Kind sein...

Am letzten Wochenende hatte ich Besuch von Tonja, einer ehemaligen Gebeco-Kollegin, die inzwischen mit ihrem Freund auf einer Insel an der schwedischen Westküste lebt (Neid!). Wir hatten ein sehr schönes Wochenende, und waren unter anderem am Sonntag im Kinderbuchmuseum "Junibacken". Dort wünscht man sich so sehr, nochmal Kind zu sein, denn es ist ein Museum zum Anfassen, Spielen und Rumklettern, und durch so manch schmale Türen und Gänge passe ich als Erwachsene leider nicht mehr durch (oder liegt es nur am Hüftspeck?). Natürlich kann man es sich nicht verkneifen, auch als reifer, weiser und ernster Mensch hier aktiv zu werden, und die kindliche Begeisterung in einem selbst wieder zu entdecken. Deshalb hier Fotos von Tonja mit Pettersson, und mir als Karlsson vom Dach, zusammen mit Michels Schwester Ida und vor Karlssons Haus auf den Dächern über Stockholm...

Samstag, März 10, 2007

Frühling

Noch vor einer Woche dachte ich, der Winter hält noch etwas an bzw. kommt zurück, aber laut den Meteorologen ist jetzt offiziell Frühling (7 Tage am Stück eine Durchschnittstemperatur von über 0 Grad). Der Schnee ist fast weg, und heute morgen habe ich auch die ersten Frühlingsboten gesehen. Schön! Wie schnell doch alles so rumgeht, in vier Wochen ist schon wieder Ostern, und ich bin fast ein Jahr hier. Unglaublich!

Melodifestivalen

Heute abend habe ich mir den schwedischen Vorentscheid zum "European Song Contest" angetan und kann mit Freude verkünden, dass es diesmal nicht die gottgläubige Schlagerkrähe Carola geworden ist, sondern die Band The Ark (www.thearkworld.com), die lustigen Glam-Pop zum Mitklatschen machen. Zwar nicht ganz mein Geschmack (ich brauche duuuunkle und melancholische Musik, fröhlich bin ich schließlich selber), aber doch eigentlich das einzige, was heute abend erträglich war. Die Schweden sind ziemlich verrückt nach diesem ganzen Grand-Prix-Gedöns. Insgesamt fanden vier Teil-Ausscheidungen statt mit jeweils acht Teilnehmern, von denen je zwei direkt ins Finale kamen und je zwei zur "zweiten Chance". Bei der "zweiten Chance" sangen alle nochmal, und zwei Interpreten (herrliches Wort, erinnert mich immer an Dieter Thomas Heck und die Hitparade. Das waren noch Zeiten...) kamen dann schließlich von da ins Finale. Und das war eben heute, und da dachte ich, dass ich das mal gucke. Die Heulbojen, Hupfdohlen, Gitarrenimitatoren und Grinsefressen machten mir das Dranbleiben nicht leicht, aber man will sich ja als Ausländer integrieren und mitreden können. Zwischendurch dann peinliche Unterhaltung von einem Moderator, den man in Deutschland nicht mal bei 9Live einsetzen würde, und natürlich kam Carola auch irgendwann (mit neuer Frisur) und erzählte, wie toll ihr das doch alles letztes Jahr gefallen hat. Naja, alles in allem eine lausige Veranstaltung mit "Musik", die ich nichtmal als solche bezeichnen möchte. Aber schön Klatschen kann man ja dazu. Wie auf Malle im Cluburlaub. Und schunkeln. Tja, also mal gucken, was dann im Mai auf uns zukommt, beim Finale. Vielleicht holt Roger Cicero den Grand Prix ja auch mal wieder nach Deutschland, aber nein, ich glaube nicht. Letztes Jahr Country, dieses Jahr Swing. Bin mal gespannt, was nächstes Jahr kommt.

Entdeckung!

Ich freue mich, dass ich nach 11 Monaten mit der schwedischen Tastatur endlich die Tastenkombination für das "ß" entdeckt habe. Liebes ß, willkommen zurück in meinem Leben. Schön, dass mich manchmal so einfache Dinge so glücklich machen können :-) Jetzt muss ich mich nur wieder daran gewöhnen, es auch zu benutzen. Gruß und Kuss, Yvonne

Freitag, März 02, 2007

Jobwechsel

Einigen von Euch habe ich noch gar nicht erzählt, dass ich bei der Arbeit die Abteilung gewechselt habe. Bisher habe ich ja "normale" Touristengruppen bearbeitet. Also meist Omi und Opi, die in Castrop-Rauxel in den Reisebus steigen und in 14 Tagen 7000 Kilometer fahren, um zwischendurch am Nordkap den Ausblick auf graue Nebelsuppe zu haben (Gott weiß vielleicht, wieso man sowas macht, ich jedenfalls nicht). Wir haben halt für besagte Gruppen Hotels und Fähren gebucht, und wenn eine Gruppe mal ein Abendessen außerhalb des Hotels haben wollte war das schon eine aufregende Herausforderung für uns. Hui, mal von den Routinen abweichen. Jedenfalls kam also meine Chefin Ende Januar zu mir an und verkündete, dass sie mich gerne in unsere Event-Abteilung versetzen würde. Sie machte mir das Ganze schmackhaft von wegen "da kannst Du detailgenau arbeiten, das magst Du doch; und Du kannst Dich auf Stockholm konzentrieren" Ich meine, es hörte sich wie ein Kompliment an, oder wie ein Arbeitgeber, der die Stärken seiner Mitarbeiter fördert, aber es könnte auch bedeuten, dass ich mich zu sehr mit unnötigen Dingen aufhalte und nix gebacken kriege, und außerdem keine Ahnung von Skandinavien habe und mich deshalb lieber auf ein kleineres Gebiet spezialisieren sollte. Ach was, die Gründe sind mir auch egal, ich fand die besagte Abteilung eh immer spannend, und so wechselte ich schon direkt nach ein paar Tagen. Und jetzt bearbeite ich also Firmengruppen. Der Unterschied zum Freizeittourismus ist im Wesentlichen, dass der Reisende die Reise nicht selber bezahlt, sondern von einer Firma eingeladen ist. Da gibt es also Firmen, die kommen zum jährlichen Kick-Off-Meeting, Firmen, die ihre besten Kunden einladen oder ihre besten Verkäufer mit einer Reise belohnen (neudeutsch = Incentive), oder die ihr Jubiläum feiern, oder Leute, die einen Kongress oder eine Messe besuchen. Wir kümmern uns also um deren Aufenthalt in Stockholm, buchen Hotels (fast ausschließlich 4 oder 5 Sterne), Restaurants (nur die edelsten), Konferenzlokale, Transfers, Guides und natürlich jede Art von Aktivität, die die Gruppen machen wollen. Ballon fahren? Mit dem RIB Boot in die Schären? Eine Segelyacht mieten? Kochkurs? Exklusiv-Shopping in Läden, die nur für die Gruppe geöffnet werden? Treffen mit einer berühmten Designerin? Kein Problem, wird gemacht. Es ist total spannend, weil man seine eigene Stadt nochmal auf eine ganz andere Art und Weise kennen lernt. Außerdem arbeite ich nun direkt mit 3 Schwedinnen zusammen und telefoniere den ganzen Tag in Stockholm herum, was also sehr gut ist für mein Schwedisch! Im Gegensatz zum Freizeittourismus ("Wir haben uns für Ihren Konkurrenten entschieden, weil der 5 Euro billiger war") sieht das Budget des Kunden ganz anders aus ("Geld spielt keine Rolle - Hauptsache, das Programm ist ausgefallen und exklusiv"), und es macht auch viel mehr Spaß, Produkte zu verkaufen, die man selber toll findet (das fiel mir bei norwegischen Hotels im 2-Sterne-Bereich zugegebenermaßen manchmal etwas schwer). Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich den ganzen Kram am besten anguckt, deswegen tingele ich zur Zeit zwischen Hotels, Konferenzanlagen, Booten und allem Möglichen hin und her, meist verbunden mit einem netten Frühstück, Mittagessen oder Kaffee und Kuchen. Dafür ist der Job aber stressig, wenn die Kunden da sind, denn oft muss man während der ganzen Zeit dabei sein (die wollen eben nix selber machen müssen), was also auch mal Arbeit abends oder am Wochenende bedeutet. Naja, aber dafür erlebt man dann ja auch interessante Sachen. Und schon gleich am Anfang meiner neuen Aufgabe hatte ich einen türkischen Kunden, der zu mir sagte "Und am Samstag Vormittag würden wir dann gerne ins Schloss" - "Ja," sagte ich "das ist kein Problem, einige der Räume sind zu besichtigen." - "Nein, nein, ich meine, um die Königin zu treffen."... Ich habe ihm also erklären müssen, dass das leider nicht geht - ich meine, wie stellt er es sich auch vor? Ich rufe im Schloss an und sage "Hej Silvi, ich bin's! Du, können wir unser wöchentliches Kaffeetrinken auf Samstag verlegen, und ist das ok, wenn ich noch ein paar türkische Kumpels mitbringe?" Tja, vielleicht kann ich mich auch einfach als Königin verkleiden, das merken die doch eh nicht. Und ich meine, im Krone-Tragen bin ich doch schon gut; Beweise gibt's genug...

Winterimpressionen

Auch hier war es lange warm, aber jetzt haben wir seit ca. 6 Wochen Schnee, die Temperaturen schwanken zwischen 3 Grad Plus und 15 Grad Minus. Das führt leider dazu, dass das Wasser immer mal wieder friert und dann antaut. Somit wird es wohl in diesem Jahr nix mehr mit schönen Schlittschuhtouren oder Langlauf auf der zugefrorenen Ostsee. Naja, man kann nicht alles haben. Trotzdem hier mal ein paar Winterbilder für Euch, damit Ihr seht, dass es nicht nur im Sommer traumhaft ist. Einige von Euch werden den Winter vermutlich noch erleben können, denn die nächsten Wochen steht noch ein bisschen Besuch auf dem Programm. Schön!

Die wahre Freude im Leben...

...ist Schokolade. So einfach ist das. Letztes Wochenende hatte ich Wiebke zu Besuch, und wir waren am Samstag netterweise bei Simone und Michael eingeladen. Andreas war auch da, sowie Simones deutsche Nachbarin Elena, die aber in meinem Blog lieber als E. P.-F. aus M. jetzt wohnhaft in S. erwähnt werden möchte, und Katrin, ebenfalls deutsch und erst seit Kurzem in Stockholm. Wir haben erst lecker Fondue gemacht (Premiere für Wiebke und mich) mit Fleisch in Brühe und gesundem Gemüse, obwohl wir doch alle innerlich auf den Nachtisch gelauert haben. Simone hat nämlich zu Weihnachten von Michael einen Schokobrunnen bekommen - wenn sich das mal nicht anhört wie der Traum eines jeden Schokofanatikers... Auf Drängen von E. P.-F. aus M. jetzt wohnhaft in S. packten wir den auch endlich aus, ließen in der Mikrowelle die gute Marabou-Schokolade schmelzen und dann ging die Schlacht los. Hach, ein Erlebnis, sowohl kulinarisch als auch visuell mit dieser herrlich sprudelnden Schokoladenmasse... Und auch noch so gesund durch das ganze Obst! Toll!