Dienstag, Juni 29, 2010

Mittsommer auf Ulrikslund 2010

Juni, Sommer – Zeit, wie immer Mittsommer auf Ulrikslund zu feiern. Die Gruppe diesmal bestand aus 14,5 Deutschen und 2 Schweden. Simone, Micha und der kleine Linus als Gastgeber, Wiebke, Thorsten, Bert, Maria, Samuel, Michael und seine Freundin Ebba, Anina, Simones Schwester Christina, ihr Freund Patty, ihre Freundinnen Daniela und Bettina, sowie Dörthe, eine Freundin von Simone und Micha.

Einige von uns sind schon Donnerstag nach Ulrikslund gefahren. Auf Anregung von Patty habe ich die Mundharmonika mitgenommen, die ich mir vor ein paar Monaten aus Spaß gekauft habe. Ich war etwas überrascht, dass Patty da tatsächlich wohlklingende Töne rausbekam. Bis dahin hatte ich gedacht, dass mit der Mundharmonika etwas nicht stimmte, aber jetzt wurde mir klar, dass ich doch noch etwas an meiner Technik üben muss... Nichtsdestotrotz ließ ich es mir nicht nehmen, meine Freunde mit meinem musikalischen Talent zu unterhalten, unter anderem auch auf dem Kazoo, einem kleinen Membranophon, in das man hineinsingt oder -spricht, und das Patty dabei hatte. Komischerweise wurde ich nicht gelyncht, aber ich hörte auch recht schnell freiwillig wieder auf...

Am Freitag, dem Mittsommertag, strahlte die Sonne vom Himmel. Es sollte ein perfekter Tag werden. Um die Mittagszeit herum trudelten nach und nach alle anderen Stockholmer ein. Wir ließen es gemütlich angehen, und fingen langsam an, das Essen vorzubereiten. Gegen 16 Uhr machten sich einige Jungs und Ebba auf, um im Wald eine Birke zu erlegen, wir anderen Mädels fingen an, Blumen zu sammeln für die Kränze und als Baumschmuck. Die nächsten Stunden plätscherten also mit den üblichen Mittsommeraufgaben dahin, und schließlich war es Zeit, den riesigen Baum aufzustellen. Natürlich musste der auch dieses Jahr wieder größer und höher sein, und so maß Micha 11 Meter. Aber da Männer bei Größen- und Längenangaben gerne übertreiben, möchte ich auch dieses Mal wieder die Genauigkeit dieser Messung in Frage stellen ;-) Dafür muss ich aber sagen, dass der Baum in diesem Jahr besonders schön geworden ist!

Pünktlich zum Essen kamen dann auch Bettina, Daniela und Dörthe an, die extra aus Düsseldorf angeflogen waren, um an dem Ereignis teilzunehmen. So gab es wie üblich unser traditionelles deutsch-schwedisches Mittsommeressen, bestehend aus eingelegtem Hering (darunter sogar zwei von mir eingelegte Sorten – ich war mächtig stolz auf mich, und ich muss sagen, dass mein Hering mit schwarzen Johannisbeeren wirklich gut war!), Kartoffeln, Käse und Knäckebrot, Köttbullar, Salat und Würstchen und Fleisch vom Grill. Danach versammelten wir uns zum obligatorischen Gruppenfoto auf Bauer Karlssons Feld , und schließlich war es Zeit, die traditionellen Tänze um die Mittsommerstange zu machen. Der Klassiker „Små Grodorna“ inkl. Froschgehüpfe führte zu hysterischen Lachanfällen, und dann wollten wir wieder „Björnen sover“ spielen. Ihr erinnert euch – ein Bär hockt am Baum, die anderen tanzen um ihn rum und singen, und wenn das Lied fertig ist, dann springt der Bär auf und fängt jemanden, der dann auch Bär ist. Aus zwei Bären werden dann vier, dann acht, und so weiter. In der dritten oder vierten Runde jagte Samuel hinter mir her und tippte mich kurz am Rücken an. Ich dachte mir allerdings, dass er sich da schonmal mehr ins Zeug legen und mich richtig fangen muss, und da er auch nicht auf mich als Beute bestand, dachte ich, ich lauf mal weiter... Jaja, wer schummelt wird bestraft. Als nächstes jagte mich dann Bär Patty um ein Auto, und gerade als ich mich ergeben wollte, knickte ich auf der unebenen Wiese um, lag – wenn auch lachend – am Boden und musste schließlich feststellen, dass ich nicht mehr auftreten konnte. Autsch. Auf einem Bein und gestützt hüpfte ich zu einem Liegestuhl, der für mich herbeigetragen wurde, und bekam in Ermangelung von Eis eine Bierdose an den Knöchel gebunden. Der Abend war für mich nun vorbei, und Thorsten und Bert schleppten mich im Liegestuhl vor die Feuertonne. Da lag ich dann die nächsten Stunden, schlürfte Strawberry Margarita und musste meinen Freunden schweren Herzens beim Tanzen zugucken. Gegen halb vier hüpfte ich dann Richtung Bett von dannen und verpasste Pattys selbstgeschriebene Lieder, die er am Feuer auf der Gitarre vortrug.

Am nächsten Morgen konnte ich immer noch nicht auftreten, und mein Fuß war auch ordentlich dick. Christina fand ein paar Nordic Walking-Stöcke, die ich als Stütze nehmen konnte, und so hoppelte ich zum Frühstückstisch und ließ mich bedienen. Micha hatte zwei Pumpgun-Wasserpistolen gekauft, und plötzlich hielt ich eine in den Händen. 3 Meter von mir entfernt saß Bert, und bei diesem frechen Franzosen kribbelt es mich einfach immer in den Fingern. Ich wusste natürlich, dass ich wegen meines Fußes vollkommen wehrlos bin und seiner Rache völlig ausgesetzt, aber ich konnte nicht anders... Bert ertrug meine Attacke mit stoischer Gelassenheit, leise lachend und mit Racheblitzen in den Augen. Ich hatte trotzdem Spaß. Dann stand er langsam auf. Holte die zweite Pumpgun. Und füllte sie gemächlich mit Wasser. Und setzte sich überlegen grinsend auf den Stuhl direkt neben mich. Dann gab es kein Halten mehr und wir ballerten los, aber Bert hatte deutlich mehr Wasser in seiner Pistole...

Und so ging auch der Samstag vorüber. Ich konnte ja am allgemeinen Aufräumen und Abwaschen nicht teilnehmen, also lag ich in der Sonne und kühlte meinen Fuß. Einige reisten ab, aber 10 von uns blieben noch einen Abend auf Ulrikslund, saßen noch eine helle Nacht um die Feuertonne und diesmal kam auch ich in den Genuß von Pattys Gitarrespielkünsten. Wir versuchten auch, ganz kreativ einen Ulrikslund-Mittsommersong zu dichten, kamen aber nicht richtig zu einem Ergebnis, wobei wir einige sehr gute Textzeilen zustande brachten.

Am Sonntag konnte ich immer noch nicht auftreten, und mir wurde zum wiederholten Male unterstellt, dass ich nur markiere, um nicht aufräumen und putzen zu müssen... Am Sonntag Abend fuhr mich Simone schließlich doch noch ins Krankenhaus, wo eine Bänderdehnung diagnostiziert wurde. Der Arzt und die Röntgenfrau lachten herzlich, als ich die „Björnen sover“-Geschichte erzählte. Und als ich mit Nachdruck sagte, dass dabei kein Alkohol im Spiel war, grinsten sie nur, nickten und meinten „Komisch, das behaupten am Mittsommerwochenende immer alle...“

Von der Prinzessin und ihrem Prinzen...

Nun haben sie endlich geheiratet, am 19. Juni, die Victoria und der Daniel. Und ich war quasi sozusagen mit dabei. Fast zumindest. So gut wie. Am Rande halt. Also, ich bin ja nur mäßig daran interessiert, was am königlichen Hofe zu Schweden so passiert. Aber eine Hochzeit - hm, das wollte ich mir doch nicht entgehen lassen. Und meine Freunde auch nicht. So hatten wir denn schon lange vor, uns irgendwo an die Straße zu stellen und zu gucken. Unsere Gruppe splittete sich dann aber in die Super-Royals und die naja-wenn's-sein-muss-aber-bitte-nicht-zu-früh-und-nicht-so-stressig-Royals. Der Plan war schon, zusammen irgendwo zu stehen und zu gucken, aber in der Realität trafen sich die Super-Royals schon um 14 Uhr in der Stadt, um sich einen Platz am Schloss zu ergattern. Wir anderen gingen es etwas gemütlich an und trudelten gegen 15:30 in der Stadt ein. Da es dann schon recht voll war auf den Straßen war ein Durchkämpfen bis zum Schloss und unseren herausgeputzten Freunden (Dietmar sogar im Anzug, habe ich gehört; die Mädels im Kleid) leider nicht mehr machbar. So eroberten wir uns stattdessen einen Platz an der Prachtstraße Strandvägen und warteten. Und warteten. Und warteten. Und dann kamen kurz vor 17 Uhr ein paar Reiter des Weges; die Leute vor uns fingen an, etwas wilder mit den Fahnen zu wedeln, und dann fuhr die Kutsche mit dem Brautpaar an uns vorüber. Schwusch, eine Sekunde und der Spaß war vorbei. Hinterher war man fast etwas überrascht, dass es das jetzt schon war; vor allem hatte ich erwartet, dass es ein lauteres Jubeln und Klatschen geben würde; aber das hielt sich doch in Grenzen. Wobei ich schon fand, dass die Stimmung allgemein recht fröhlich war. Jedenfalls überlegten wir noch kurz, uns noch bis zum Schloss durchzukämpfen, aber angesichts der Menschentrauben, die die gleiche Idee hatten, und vor allem bei Anblick des schönen Wetters, zogen wir es doch vor, uns am Wasser niederzulassen und Wein/Bier/Wasser zu trinken und Kuchen zu essen. Unsere Freunde hingegen, die ja am Schloss standen und ausharrten, wurden noch für ihre Geduld belohnt und haben gehört und gesehen, wie das Brautpaar fröhlich gewunken und eine Rede gehalten hat!

20 Jahre Dine und Yvi

Vor 2 Wochen kam mich meine beste Freundin Nadine für einige Tage besuchen. Wir kennen uns seit genau 20 Jahren und sind seitdem - zumindest geistig - unzertrennlich. Nadine ließ ihre beiden Töchter also in der Obhut ihres Mannes, und so konnten wir 4 Tage ungestört ausschlafen und quatschen, was wir beides ausgiebig genossen ;-) Das Wetter war sehr gemischt, von strahlendem Sonnenschein bis Regen war alles dabei, und wir haben wie üblich das Beste daraus gemacht. Bei Sonne waren wir draußen, bei Regen auf meinem Sofa in Decken gehüllt und im Museum. So soll' sein! Nadine ist vermutlich der Mensch, der mich am besten kennt und genau weiß, wie ich ticke, was meine Stärken und Schwächen sind. Unsere Freundschaft bedeutet mir mehr als ich in Worte fassen kann, und ich leide oft darunter, dass uns 1200 Kilometer trennen. Und trotzdem ist es schön zu wissen, dass sie da ist, ich sie immer anrufen kann. Und dass uns auch die Tatsache, dass wir seit 13 Jahren nicht mehr in einer Stadt leben, nicht auseinandergebracht hat. Ein Leben ohne ihre aufmunternden Worte, ihr Lachen, und ihre Kritik kann ich mir einfach nicht vorstellen. Wir haben uns durch schwere Phasen gekämpft, besonders in unserer Jugend. Aber irgendwie hatten wir von Anfang an eine unerschütterliche Basis und etwas, das uns ganz tief zusammenhält. Was soll ich sagen - ich liebe sie einfach (auch wenn sie diesen Blog nie liest, hihi).

Dienstag, Juni 15, 2010

Gocart

Letztes Jahr im Juli haben wir Janis zu seinem 29. Geburtstag einen Gocart-Gutschein geschenkt. Doch statt Gocart kamen andauernd andere Events. Dann der Herbst. Und der Winter. Und irgendwie haben wir das mit dem Gocart nie hingekriegt. Aber nun ist es ja wieder Frühling geworden und es war endlich Zeit, den Gutschein einzulösen, bevor Janis 30 wird. So mieteten wir uns eine Außenbahn und traten vor 2 Wochen zum Rennen an. Da ich mich seit Mitte März mit Rückenproblemen rumplage und es einige Tage vorher wieder etwas schlimmer geworden war, verzichtete ich schweren Herzens und passte stattdessen auf Linus auf, während seine Eltern mit quietschenden Reifen an uns vorbeirasten (das störte Linus keinesfalls, er schlief die ganze Zeit durch. Kommt eben ganz nach seinen Eltern). Simone trat als einzige Frau gegen Micha, Michael, Thorsten, Dietmar und Janis an. Kurz vorm Start prasselte ein ordentlicher Regenschauer nieder, der kurz abgewartet wurde, bevor es auf die Bahn ging. Am Anfang sah das Ganze recht rutschig aus; aber je trockener es wurde desto besser lief es für meine Freunde. 10 Runden wurden gefahren, nach jeder Runde wurde gewechselt, so dass jeder mal in jedem Gocart saß. Schließlich war es Michael, der mit Abstand den Sieg holte – und ganz glücklich grinste; gefolgt von Dietmar und Micha auf dem zweiten und dritten Platz. Und Janis tröstete sich über sein mäßiges Ergebnis damit hinweg, dass er als „Geburtstagskind“ doch letztendlich der Sieger der Herzen sei :-)

Montag, Juni 14, 2010

Im Hochzeitsfieber

Noch 5 Tage, dann ist es soweit. Schwedens Kronprinzessin Victoria heiratet ihren Fitness-Daniel. Momentan dreht sich in im Prinzip alles darum. Spekulationen, wie Victorias Kleid aussehen wird, Extra-Ausgaben von Zeitschriften mit Tipps, wo die besten Plätze sind, um die Kutsche mit den frisch Vermählten am Samstag vorbeifahren zu sehen, und die Hauptstadt huldigt dem Paar sogar mit einem Festival der Liebe: LOVE Stockholm 2010. Konzerte, Eheberatung, Spontanhochzeiten und Singlepartys – alles dabei. Und in den Geschäften kann man Produkte der „Offiziellen Hochzeitsserie“ kaufen, verziert mit einem Kronenmuster und/oder Bildern des Brautpaares. Das zieht sich von Schokolade und Kuchen über Manschettenknöpfe und Schmuck bis hin zum Tortenheber, Geschirr und Besteck – hier fröhlich präsentiert von Wiebke und mir.