Freitag, November 20, 2009

Rabimmel rabammel rabumm bumm bumm

Es wird jeden Tag merklich dunkler, die Sonne war schon seit Wochen nicht mehr zu sehen, und so muss man sich in dieser tristen Zeit eben an jede Gelegenheit klammern, die sich einem bietet, um ein wenig Licht und Fröhlichkeit ins Dasein zu bringen. Deswegen haben Simone, Micha, Janis und ich uns dieses Jahr mal an unsere Kindheit zurückerinnert und am von der deutschen Kirche organisierten St. Martinsumzug teilgenommen. Aus Niedersachsen ist mir St. Martin eigentlich nicht so geläufig; wir sind als Kinder einfach so Laterne gegangen im Herbst. In den katholischen Gegenden Deutschlands geht man aber scheinbar nur zu St. Martin Laterne und sonst gar nicht. Die Schweden kennen den Brauch, Laterne zu gehen überhaupt nicht. Jedenfalls haben wir uns gedacht, wir machen bei dem Spaß mal mit, und hatten auch den Ehrgeiz, uns eigene Laternen zu basteln. Die erste Herausforderung war überhaupt, in Stockholm Transparentpapier zu finden, was die Schweden nämlich gar nicht so kennen. Wir fanden schließlich ein deutsches Laternen-Bastelset, das schweineteuer war, aber 10 kleine Bögen Transparentpapier enthielt, auf die wir es abgesehen hatten. Den vorgestanzten Bogen Tonpapier ignorierten wir. Simone und ich machten uns tatkräftig ans Werk. Ich kleine Chaotin schnippelte direkt los, während Dr. Simone, die Wissenschaftlerin, alle Abstände ausrechnete und alles mit Lineal exakt vorzeichnete. Ich amüsierte mich köstlich über soviel Ernsthaftigkeit, muss aber doch gestehen, dass Simones Laterne professioneller und ordentlicher wurde und fast aussah wie gekauft, während meine mit Kleber verschmiert war, ich oben und unten verwechselte und auch sonst alles eher etwas schief wirkte. Ich unverbesserlicher Optimist hatte außerdem auch noch den beiden Jungs versprochen, deren Laternen mitzubasteln. Michas schafften wir immerhin zur Hälfte, Janis' machte ich noch am nächsten Abend alleine. Am letzten Samstag zogen wir dann also stolz mit unseren Prachtstücken in die sehr volle Kirche, und hörten zu, wie die Pastorin völlig leidenschaftslos und uninteressiert die Geschichte des heiligen Martin erzählte, der seinen ach so warmen Mantel mit einem armen Bettler teilte. Zu allem Überfluss hoppelte dazu auch noch ein Typ als St. Martin verkleidet auf einem Steckenpferd die Gänge auf und ab. Die peinliche Vorstellung war jedoch schnell vorbei, und dann durften wir endlich losziehen, angeführt von der Bläserei (ein sehr amüsanter Begriff für das Blasorchester). Micha hatte für das große Ereignis aus Düsseldorf sogar elektrische Laternenstäbe mitgebracht. Ein Accessoire, das es wohl in den hochentwickelten Teilen Deutschlands schon seit Jahrzehnten gibt, mir allerdings völlig unbekannt war. So zündete ich in meiner Laterne auch lieber ein Teelicht an; sieht ja auch viiiiel schöner aus, wenn es flackert. Im Nieselregen spazierten wir dann fröhlich singend durch die Altstadt und ernteten verwunderte Blicke von den Schweden. Klar, dass wir bei der Veranstaltung die einzigen ohne Kinder waren, aber wir hatten viel Spaß - und natürlich die schönsten Laternen von allen ;-)

Sonntag, November 08, 2009

Neugierig.

Ok, ich gebe zu, viel passiert nicht auf diesem Blog; aber ich versuche, mein Ziel, mindestens einmal im Monat was zu schreiben, einzuhalten. Manchmal denke ich zwar darüber nach aufzuhören, aber auf der anderen Seite finde ich es selber ganz spannend, rückblickend über die Geschehnisse der letzten Jahre zu lesen; eine Art Tagebuch. Und nun habe ich mir gedacht, dass ihr ja mehr oder weniger regelmäßig über mich lest, ich aber eigentlich gar nicht weiß, wer da so alles Einblick in mein Leben nimmt. Und da ich prinzipiell ein sehr neugieriger Mensch bin, wüsste ich schon mal gerne, wer ihr seid, meine lieben Leser. Deswegen würde ich mich freuen, wenn jeder von euch einen Kommentar zu diesem Eintrag schreibt, egal ob ihr das im November 2009 lest oder viele Monate (oder Jahre?) später; ob wir uns gut kennen oder gar nicht. Ich bin gespannt, was dabei rauskommt :-)