Montag, Mai 17, 2010

KulturSonntag, Episode 1

Neulich haben Stephie und ich an der (schlecht organisierten) ersten Kulturnacht Stockholms teilgenommen. Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass wir schon immer mal dieses und jenes machen oder angucken wollten, aber nie dazu kommen. Und da ich schon in meiner Kindheit gerne Banden und Clubs gegründet habe, habe ich mit Stephie zusammen den KulturSonntag ins Leben gerufen. Natürlich haben wir sofort unsere Freunde rekrutiert, (Zwangsmitgliedschaft bis auf Lebensende, aus der Nummer kommt keiner mehr raus) und sind bereits 14,5 Mitglieder (unser jüngstes Mitglied Linus ist 6 Wochen alt). Ziel des Ganzen: am 2. Sonntag jedes Monats nimmt unser Kulturclub an einer kulturellen Veranstaltung teil. Wobei der Begriff "kulturell" dehnbar ist, da sind wir mal nicht so. Jedenfalls hatten wir am 9. Mai Premiere. Einige Teilnehmer waren verreist, und so machten sich dann nur 7,5 Personen auf zur Bonniers Konsthall. Dort gab es eine Ausstellung/Installation des argentinischen Künstlers und Architekten Tómas Saraceno: "Tomás Saraceno occupies the entire gallery with his utopian installations, which combine science, art and architecture. This is the first major presentation of this internationally renowned artist in Europe. In collaboration with spider researchers and astrophysicists, Tomás Saraceno has spent several years developing the 400 cubic metre installation that is exhibited at Bonniers Konsthall. Am enormous model of the poisonous spider the Black Widow’s web, the point of departure for the new work is how scientists use images of spiders' webs to describe the origin and structure of the universe. The gigantic spider’s web, especially made for the main gallery of Bonniers Konsthall, consists of elastic black rope which will span floor to ceiling. Tomás Saraceno’s installation for Bonniers Konsthall is a development of the work that the artist presented at the 53rd Venice Biennale in 2009: Galaxy Forming along Filaments, like Droplets along the Strands of a Spider’s Web. The new work is accompanied by drawings, photographs and texts that provide a unique insight into Tomás Saraceno’s working process and art. In addition, the exhibition includes 15 older works by the artist." Das Interessante war, dass wir an einer Führung teilnahmen, die von einem Physikprofessor gehalten wurde, der die Werke Saracenos anhand physikalischer Phänomene erklärte. Nun ja, ich muss leider zugeben, dass Physik nicht meine Stärke ist, und das Ganze auf Schwedisch vorgetragen sorgte auch nur dafür, dass sich mein Gehirn nach 2 Minuten auf Standby schaltete und ich mich freute auf die Zimtschnecken nach dem Vortrag... Ich kann auch mit Installationen nicht so viel anfangen, und den Sinn eines überdimensionalen Spinnennetzes, an dem der Künstler jahrelang rumgemacht hat, kann ich auch nicht ganz erkennen. Aber was soll's, man hat mal was Neues gesehen, was anderes gemacht, und nett war es trotzdem! Besonders das Kaffeetrinken danach ;-)

Sonntag, Mai 02, 2010

Falleri, fallera

Endlich, endlich wird es Frühling. Auch wenn ich den Winter sehr genossen habe, freue ich mich jetzt auf wärmere Zeiten, Sonne, Licht und Grün. Der April war noch recht kalt, teilweise auch regnerisch, aber ich konnte auch zum ersten Mal auf meiner Terrasse in der Sonne frühstücken, und auch sonst konnten wir einige Male im Freien Kaffee trinken ohne zu erfrieren. Abends ist es jetzt lange hell, und in ca. 2-3 Wochen haben wir wieder die Zeit erreicht, in der die Nächte gar nicht mehr komplett dunkel werden. Seit ein paar Tagen sind auch die ersten Blätter an den Bäumen, es wird also endlich richtig Frühling. Zur Einleitung habe ich gestern, am 1. Mai, zusammen mit Simone, Dietmar, Janis, Thorsten und Stephie eine Wanderung durch ein Naturreservat gemacht. Und wieder einmal wurde uns bewusst, wie viel Natur es im Großraum Stockholm gibt, und was diese Kombination von Großstadt und Natur für eine Lebensqualität ist. Wir sind im Stadtviertel Hammarby Sjöstad aufgebrochen, waren nach zehn Minuten im Wald, und da fühlt man sich dann sofort ganz weit weg vom Stadtleben. Naja, zumindest wenn man mal davon absieht, dass Janis und Thorsten mit ihren Handys trotzdem ständig mit der Zivilisation, ihrem e-Mail-Account und Facebook verbunden waren ;-) Zwischendurch trällerten wir noch fröhlich alle fünf Strophen von „Mein Vater war ein Wandersmann“ und falleri, fallerahahahaha kamen wir nach zweieinhalb Stunden inkl. Eisesspause an unserem Ziel an, dem See, auf dem wir noch vor ein paar Wochen Schlittschuh gelaufen sind. Dort empfingen uns Wiebke, Bert, Simone, Micha und deren vier Wochen alter Sohn Linus, und dann war das erste Grillen und Picknick des Jahres angesagt. Dietmar versuchte sogar zu angeln, aber Babygeschrei und lautes Gelächter sind wohl nicht gerade fördernd für diesen Zweck. Obwohl es recht kühl war und die Sonne sich nur mal kurz für eine Viertelstunde blicken ließ, hielten wir es ein paar Stündchen aus. Das Schöne am Mai ist, das die beste Zeit vor einem liegt, und ich freue mich schon wahnsinnig auf die nächsten Monate mit meinen Freunden in Schweden, und hoffe, dass wir wirklich die Zeit finden, all das zu machen, was wir uns vorgenommen haben...